4. Station

4. Station:
Jesus begegnet seiner Mutter  

„Ich bin fremd geworden meinen Brüdern

und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,

und die Schmähungen derer, die dich schmähen,

sind auf mich gefallen.“

(Psalm 69, 9- 10) 

 

Die Menschen haben kein Mitgefühl mit Jesus.

Sie treiben ihn voran und schlagen ihn.

Die Zuschauer weiden sich am Leid der Verurteilten.

Dann aber begegnet Jesus seiner Mutter.

In den Evangelien wird von dieser Begegnung nicht erzählt.

Aber sie ist wichtig, weil sie von dem ohnmächtigen Schmerz erzählt,

den ein Mensch erleidet, der helfen möchte und es nicht kann.

Jesu Mutter ist es so ergangen. Unzähligen Müttern geht es ebenso.

Seien es die Mütter der vielen krebskranken Kinder,

die Mütter, die fassungslos vor ihren durch Krieg oder Terror verletzen Kind sitzen oder die Mütter,

die ihre Kinder auf der Flucht im Mittelmeer haben ertrinken sehen.

In den Stunden seiner größten Erniedrigung ist Maria in Jesu Nähe.

Sie geht seinen Kreuzweg mit, leidet mit ihm.

In einem bestimmten Augenblick begegnen sich ihre Blicke.

Maria schenkt Jesus ihre Liebe in dem Augenblick,

da er sonst nur Hass und Verachtung erfährt.

Und spürt in diesem Augenblick die Weissagung des Simeon:

„Dir aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lukas 2, 35).

Wenn jemand leidet, körperlich oder seelisch,

ist es gut, wenn mitfühlende Menschen bei ihm sind.

Häufig sind es Verwandte, Eltern, Kinder oder Geschwister, d

ie Kranken und Leidenden beistehen,

aber auch gute Freunde oder Freundinnen.

Maria hält es aus, Jesus leiden zu sehen und nicht helfen zu können.

Sie schaut nicht weg, sie ist da. Und sie hilft ihm durch diese Nähe.

 

Wir sehen auf Jesus und beten für alle,

die von anderen ausgegrenzt und verachtet werden

wegen ihrer Herkunft, ihrer Überzeugung oder ihrer Behinderung.

Für alle Menschen, die schwer erkrankt sind, ohne Aussicht auf Genesung. Für Mütter und Väter, die mit ansehen müssen, wie ihre Kinder leiden. 

Für die Bewohner von Pflegeheimen und ihre Betreuer und Pfleger,

die dem Leid nicht aus dem Weg gehen, sondern da sind und helfen.

Herr Jesus Christus, Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod.

Lass uns mit Dir auferstehen! Herr, erbarme dich!

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